






Unmittelbar nach Gründung des Verbandes wurde begonnen, das Verbandssammlernetz aufzubauen. Hierunter versteht man die Verbindungsleitung zwischen den kommunalen Abwassernetzen der Mitglieder und der Verbandskläranlage in Bühl-Vimbuch. Es hat eine Gesamtlänge von nahezu 30 km.

Aufgrund wiederkehrend verschärfter gesetzlicher Mindestanforderungen an die Ablaufwerte sowie der Kapazitätsgrenzen in bestimmten Anlagenteilen hat der Zweckverband in den Jahren 1996 bis 2000 gemeinsam mit fachlicher Unterstützung durch das Regierungspräsidium Karlsruhe und das damalige Wasserwirtschaftsamt eine Erweiterung und Teilsanierung der Anlagen vorgenommen. Dabei wurde modernste Mess-, Steuer- und Regeltechnik installiert. Zudem erfolgte bereits damals durch die Nutzung des Faulschlamms (Faulgas) zur Energieerzeugung über zwei Blockheizkraftwerke eine Versorgung des Eigenbedarfs, wodurch ein weiterer wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und zur Einsparung von Primärenergie geleistet wurde.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen betrugen 7,4 Mio. €. Neben der Aufstockung und Sanierung des Betriebsgebäudes, dem Bau einer Schlammlagerhalle sowie einer Fahrzeughalle und der Sanierung der bestehenden Hallendächer erfolgte in den Jahren 2008 bis 2010 eine umfassende Sanierung und technische Erneuerung der Schlammbehandlung mit Kosten von ca. 3 Mio. €. Deutlich sichtbar sind die Ergebnisse an den neuen, wärmegedämmten Hüllen der beiden Faultürme.
Auf Basis des im Jahr 2009 erstellten Energiekonzeptes wurden zwischenzeitlich alle Dächer mit Photovoltaikmodulen ausgestattet und die Heizungsanlage erneuert. Durch den Einsatz neuer Blockheizkraftwerke zur Verbesserung der Stromerzeugung aus eigenem Klärgas kommt man dem Ziel, eine energieautarke Kläranlage zu betreiben, deutlich näher.
In den Jahren 2013 bis 2020 standen zudem umfassende Beton-Sanierungen der Abwasserbecken im Fokus.
Auch der Pflege unseres Sammlernetzes werden wir uns im Interesse unseres Grundwassers weiterhin mit gleicher Intensität widmen. Nachdem im Jahr 2010 nach sorgfältiger Vorbereitung eine umfassende Bereinigung des Verbandssammlernetzes zwischen den Mitgliedsgemeinden und dem Verband durchgeführt wurde, wurde mit Ablauf des Jahres 2015 der 2. Durchgang der Gesamtuntersuchung und Sanierung des Netzes nach der Eigenkontrollverordnung abgeschlossen. 2026 erfolgt der 3. Durchgang.
Das Betriebspersonal war in den Sanierungs- und Bauphasen der letzten Jahre erheblichen Belastungen ausgesetzt, die es mit großem Engagement vorbildlich gemeistert hat. Heute verfügen unsere Gemeinden über das Entwässerungs- und Reinigungssystem sowie der sachkundigen Mitarbeitenden des Abwasserzweckverbandes über ein Instrumentarium, das unserem Raum besonders zugutekommt und sich bislang als wirtschaftlichste Variante für den Bürger sowie als wirksamste Maßnahme zur Gewässergüte erwiesen hat. Dies belegen auch die Auswertungen des jährlichen Leistungsvergleichs der Kläranlagen in Baden-Württemberg, in dem der Verband seit Jahren eine Spitzenposition innehat.
Die erfolgreiche Arbeit der Vergangenheit, für die ich allen Beteiligten von Herzen danke, die gute Zusammenarbeit mit Aufsichts- und Fachbehörden sowie das konstruktive und harmonische Zusammenwirken in der Verbandsversammlung rechtfertigen die Hoffnung, dass die Arbeit des Verbandes im Interesse des Raumes und seiner Bürger auch künftig eine positive Entwicklung nimmt.

Matthias Bauernfeind
Oberbürgermeister der Stadt Bühl
Verbandsvorsitzender